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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 3
 

Eigentlich hatte keine ihrer KollegInnen damit gerechnet, daß Gabi sich jemals wieder an ihrem Arbeitsplatz blicken lassen würde, doch dies konnte Gabi zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht ahnen. Mit großen fragenden Augen und weit aufgesperrten Mündern wurde sie an diesem Morgen von ihren KollegInnen gemustert. Sie fragte sich, was das soll, doch fiel ihr keine Erklärung ein. So schlimm konnte es doch nicht sein, daß sie zu spät kam, schließlich wußte sie genau, daß Beate vom Schreibtisch nebenan letzte Woche eine ganze Stunde zu spät kam und sich niemand daran aufhielt.
Aber was konnte es denn sonst noch sein? Hatte sie vielleicht Kaffeeflecken auf ihrer schönen neuen weißen Bluse? Aber sie konnte keinen einzigen Fleck auf ihrer blütenweißen strahlenden Bluse feststellen. Der Angstschweiß trieb ihr langsam ins Gesicht.
Totenstill war es im Büro, niemand sprach ein Wort. Sie merkte, wie ihre Hände feucht wurden und spürte ihr Gesicht allmählich die Farbe ihrer Bluse annehmen. Aber vor was hatte sie eigentlich Angst? Vor den Blicken der Anderen? Sie wollte jetzt so cool wie möglich wirken, sie setzte sich an ihren Schreibtisch und tat so, als würde sie arbeiten. Aber sie überlegte. Sie hatte Angst vor den Gedanken der Anderen bzw. vor dem einen Gedanken der Anderen, den alle kannten, nur sie selbst nicht. Es war einfach nicht normal, wie die KollegInnen sie musterten. Da geschah etwas, was sonst nur ganz selten passierte, der Direktor höchstpersönlich betrat das Büro.
Schnurstraks und mit hochrotem Kopf kam er auf Gabi zu und sagte, nein, er brüllte: „Kommen Sie sofort in mein Büro!“ Kaum hatte er ausgesprochen, beziehungsweise ausgebrüllt, wandte er sich wieder von Gabi ab und verschwand genauso schnell wieder, wie er aufgetaucht war. Jetzt bekam sie noch mehr Angst, sie begann zu zittern, Schweißtropfen standen ihr auf der Stirn und ihr Puls schlug bis zum Hals. Was war nur geschehen, daß sie sich so etwas bieten lassen mußte?
Sie stand auf und wollte sich auf den Weg ins Büro des Direktors machen, als sie von Beate am Arm festgehalten wurde. Beate zog Gabi zu ihr herunter un flüsterte ihr ins Ohr: „Ich rate dir, verschwinde, solange es noch geht, der Direktor hat alles durchschaut!“


 


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