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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 4
 

„Und da hat er mich total zur Schnecke gemacht.“ Gabi schüttet in der Silberburg ihrer Freundin Chris bei einem Glas Kristallweizen das Herz aus. „‘Ich habe immer gewußt, daß Sie was mit Alfred vorhaben,’ hat er gegeifert, ‘Sie haben ihn immer so angeguckt. Ich war ja vollkommen blöde, Ihnen zu vertrauen. Aber was sollte ich machen, er hat ja nur Ihnen geradezu aus der Hand gefressen. Aber daß Sie mich so hintergehen und dan noch so unverfroren sind, hier in die Bank zu kommen, als sei nichts passiert!’ machte der mir eine Szene. Mittlerweile war mir klar geworden, worum es hier eigentlich ging und ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Vermutlich war ich inzwischen so weiß, wie meine Bluse, am liebwsten wäre ich unsichtbar geworden.“ - „Dann hast du also keinen Griff in die Kasse gemacht und auch nicht Michelangelo mit deinem Tetris-Programm in den Zentralrechner der LG eingeschleust?“ fragte Chris, die gar nichts verstand und ihre Schokolade in der Tasse kalt werden ließ, auf der Martin vor dem ersten Schluck noch verdrossen blickte. „Ach Quatsch. Der Chef war doch zwei Wochen in Urlaub. Er hat keine Frau und lebt mit diesem Alfred zusammen. Da hatte er mir seinen Wohnungsschlüssel gegeben, damit ich nach ihm schaue, sonst hätte die Bude nach dem Urlaub wie ein Schlachtfeld ausgesehen. Am Anfang habe ich das auch gemacht, du weißt ja, da bin ich nicht mit dir zurückgefahren, sondern nach der Arbeit noch auf den Killesberg gefahren und dann mit der Bahn nach Hause. Aber dann wurde mir das zuviel und ich  habe ihn praktischerweise mit zu mir genommen.“ - „Wie, in deine kleine Bude? Davon habe ich ja gar nichts mitgekriegt. Warum hast du ihn nicht mal abends mitgenommen?“ - „Was denn, einen Perser in die Burg oder zur Disco oder ins Kino? Du spinnst wohl?“ - „Nun sag mal, wir sind doch hier nicht ausländerfeindlich, wir sprechen doch mit jedem, der was interessantes zu erzählen hat - und ein Perser namens Alfred hat doch bestimmt einiges zu erzählen.“ Gabi starrte Chris an, als säße ihr ein sprechendes Huhn gegenüber. Dann fing sie selber an zu gackern, daß Kacke kurz sein rumputzen an der neuen Spüle unterbrach, um mitzukriegen, wenn Gläser vom Tisch fallen oder Gabi vom Stuhl. Weil sich ihre Freundin gar nicht beruhigen wollte, trank Chris ihren kalten Kakao aus - deliziös. Martin grinste schadenfreudig von der leeren Tasse. „Oh Göttin!“ Gabi begann sich wieder zu artikulieren, „du glaubst doch nicht, daß ich mir einen Kerl in die Wohnung hole und dir nichts erzähle - Alfred ist ein Perserkater!“ Jetzt war es an Chris sprachlos zu sein, aber nur ganz kur. „Was soll dann diese Aufregung um einen blöden Kater?“


 


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