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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 6
 

Was nun? Gabi saß auf der Terrasse im Vorstadt-Café und grübelte bis ihr fast schlecht wurde. Und damit hatte sie die Idee: Krankmachen und selber nachforschen! Widerwillig rief sie sich die Symptome der Darmgrippe in Erinnerung, die sie das einzige Mal von der Arbeit ferngehalten hatte. Oder sollte sie einfach auf Menstruationsbeschwerden oder gar Migräne machen? Nein, Darmgrippe kannte sie besser. Sie rief sofort bei Frau Dr. H. an, die sie als Schülerin immer krankgeschrieben hatte - wegen Schwindelgefühlen, ja, ja, das Wachstum - und bekam tatsächlich einen Termin, wenn sie sofort kommen könne.
Im Wartezimmer saßen bereits vier Leute, an jeder Zimmerseite eineR. Ein Arbeiter im Blaumann starrte uninteressiert in den Kommentar der Nürtinger Zeitung, ein Schüler hielt starr die Neue Revue vom Lesezirkel, so daß man weder den Innenteil, noch den Titelaufdruck sehen sollte, eine ältere Frau widmete sich betont lässig der STATTzeitung und alle bemühten sich, den leidenden jungen Mann mit dem Kind zu ignorieren, das zwischen allen hin und her lief, nicht stillsitzen wollte und quengelte, daß man nicht wußte, wer von den beiden eigentlich zur Behandlung hier war. Gabi setzte sich neben die STATTzeitungsleserin und nickte ihr verschwörerisch zu, was diese sichtlich verwirrte, und schnappte sich eine Donald-Duck-Sammelband von dem kleinen Tischchen in der Mitte. Das Blättern in den immer gleichen Geschichtchen ermüdete sie so, daß sie das fünfte „Der Nächste bitte!“ wie aus weiter Ferne hörte und erst bei „Fräulein Zapf, die Frau Doktor wartet!“ reagierte.
„So Frau Zapf, uns geht es heute also nicht so gut?“ - „Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir war gestern den ganzen Tag schon so komisch, daß ich nicht bei der Arbeit war und nachdem ich heute nacht gekotzt hatte, habe ich gar nicht mehr gut geschlafen und heute habe ich ständig Kopfschmerzen und so Schwindelgefühle.“ Frau Doktor forschte nach Lebensmittelvergiftung und Schwangerschaft, aber da ließ sich Gabi auf nichts ein. „Gibt es Streß im Beruf oder im Privatleben?“ - „Nun, in der Bank gab es letzte Zeit schon einen Haufen zu tun, als der Chef in Urlaub war und als er am Montag zurück kam ...“ - „Ja, was war da?“ Mist, jetzt hätte sie fast die Geschichte von Alfred erzählt. „Ach, da hat er uns zurechtgewiesen, weil nicht alles zu seiner Zufriedenheit erledigt war.“ - „Hm, das kann schon reichen.“ - Reichen wofür?“ - „Wenn Ihnen das sozusagen auf den Magen geschlagen ist, kann es gut sein, daß Sie davon eine psychogene Darmgrippe bekommen haben.“ Gabi schlug kurz die Augen nieder, „ist das schlimm? Ich muß morgen unbedingt arbeiten, wir haben doch so viel zu tun.“ - „Nein, daraus wird wohl nicht. Ich werde Sie den Rest der Woche krankschreiben und gebe Ihnen diese Magendragees mit, die Nehmen Sie wie in der Packungsbeilage beschrieben.“ Sie gab Gabi eine Medikamentenschachtel aus dem Schreibtisch und unterschrieb die Bescheinigung für ihren Chef. Mit einem „erholen Sie sich gut“ verabschiedete sie sich von Gabi. War da nicht ein wissnder Glanz in ihren Augen und ein ironischer Unterton in ihrer Stimme? Egal, als sie draußen war atmete Gabi erstmal tief durch und begann dann sofort mit ihren Nachforschungen.


 


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