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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 7
 

Als erstes begibt sie sich wieder nach Hause, holt den Trenchcoat aus dem Schrank, zieht den Schlapphut von ihrer Schaufensterpuppe in die Stirn und schaut ihrem Bogey-Plakat tief in die Augen. „Rekapitulieren wir also: Am Sonntagabend habe ich Alfred gefüttert bevor ich in die Silberburg gefahren bin - mit dem Rad. Mit dem Rad bin ich auch wieder zurückgekommen. Am nächsten Tag war das Rad weg - und Alfred? - Keine Ahnung. Hab’ ich das Rad abgeschlossen? Ich dachte schon. Trotzdem ist das Rad weg - und Alfred auch.“
Locker steht sie in ihrem Klo vor dem breitbeinig dastehenden Lucky Luke. „Hosenscheißer“ denkt sie und zieht ihren Schlüsselbund schneller als sein Schatten. Nachdenklich läßt sie die Schlüssel durch die Finger klimpern - und stutzt: da fehlt doch einer. Genau, der Zweitschlüssel vom Fahrrad ist nicht mehr da. Chris hat immer gesagt: Du bist doch blöde, den Zweitschlüssel zusammen mit dem Original am Bund zu haben.“ Aber sie wußte halt nicht wohin damit. --- Nick Knatterton, kombinieren Sie: wo kann der Schlüssel verschwunden sein? Am Sonntagabend hatte sie die Haustür abgeschlossen und den Schlüssel in die Jacke gesteckt. Als sie nach Hause kam, hat sie wieder aufgeschlossen. In der Sibu hing die Jacke die ganze Zeit an der Garderobe. Ob da jemand ...? Den Schlüssel aus der Jacke nehmen, zu ihr nach Hause fahren, Alfred rausholen, den Fahrradschlüssel abnehmen ... das wäre in den dreieinhalb Stunden, die sie in der Burg verbracht hatte, locker möglich gewesen. Aber dann mußte es ja jemand gewesen sein, der wußte, wo sie wohnt, der sie kennt! Sollte sie jetzt allen Freundinnen - nein, Freundinnen nicht - Bekannten, Verflossenen et c. hinterherschnüffeln? Das wäre ja widerlich! Aber was sonst? Wenn sie Alfred nicht wieder anbringt, ist ihre Stellung in der Bank ruiniert, da braucht sie gar nicht mehr hin. Kündigen kann man ihr deshalb allerdings auch nicht, schließlich hat sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag. ‘Lebenslänglich’ hat sie letzten Sommer noch gedacht, als sie sich um eine Versetzung nach Nürtingen bemüht hatte. „Da müssen Sie schon einen Griff in die Kasse machen, bevor ich Sie hier gehen lasse,“ hatte der Chef damals gesagt ... trübe Aussichten!
Und wie sie so im Keller ihrer Überlegungen vor sich hin starrt, blitzt plötzlich ein Licht auf - das ist die Lösung! Umständlich befreit sie sich aus dem Trenchcoat, setzt sich im Trägerhemd an die Schreibmaschine und spannt zwei Blätter Original-Umweltschutzpapier mit einem Kohlepapier dazwischen in die Walze. Mit dem Absender und der Adresse hat sie keine Schwierigkeiten, aber dann stockt es. Dre Sherry später hat sie keine Schwierigkeiten mehr, ihrem Chef das Schicksal seines Katers darzulegen, soweit sie davon weiß, ihn formvollendet um Entschuldigung und angesichts des zerrütteten Vertauensverhältnisses zu bitten, ihre Versetzung nach Nürtingen zu unterstützen.Zufrieden drehte sie die Blätter aus der Maschine, steckt das Original in einen ihrer persönlichen grauen Sichtfensterumschläge und schleckt ihn genüßlich ab - Walnuß.


 


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