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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 10
 

Die dicke Mahagonitüre öffnet sich nur widerwillig. Gabi stemmt sich dagegen. Heute kann sie nichts aufhalten. Entschlossen betritt sie das angsteinflößende übernoble Büro, in dem eine etwa vierzigjährige Frau erstaunt vom Schreibtisch aufschaut.
Gabis Chefin verziert ihr Gesicht mit einem freundlichen Lächeln, als ihre Augen sich mit denen ihrer Mitarbeiterin treffen.
„Einen schönen guten Morgen, Frau Zapf,“ begrüßt die beige berockte die legerer gekleidete Jüngere. Einen kurzen Moment bekommt Gabi doch Angst. Frau Schnabel war immer sehr freundlich und offen zu ihr gewesen und hat das, was sie mit ihr vorhat, bestimmt nicht verdient. Frauen müssen zusammenhalten. Gabi redete sich ihr Zweifel aus: wirkliche Solidarität unter Frauen hat es nie gegeben.
„Ob dieser Morgen für SIE so schön wird, wage ich zu bezweifeln,“ schlägt sie zu. Frau Schnabels Gesichtszüge werden unsicher. „Dieses Foto hat mich 69 Pfennig gekostet. Sie werden mir 10.000 Mark dafür bezahlen.“ Ohne mit der Wimper zu zucken, schiebt unsere blonde Heldin den schon etwas zerknitterten Lappen über den Hochglanztisch der Brünetten entgegen. Deren Altersfalten sind jetzt ganz verschwunden, ihr Gesicht gleicht einer abgestandenen Quarkspeise.
Sie nimmt das Foto unsicher entgegen und betrachtet es. Zu sehen ist sie und Herr Meisen, Gabis schweißiger Abteilungsleiter auf der letzten Betriebsfeier - beim Zungenkuß! Gabi registriert rätselnd, daß sich die Gesichtszüge ihrer Chefin wieder sortieren. Sie formt ein rosiges Lächeln, das breiter und breiter wird. Jetzt wird Gabi blaß.“Ein schönes Foto. Gut getroffen, alle Achtung, Frau Zapf Ich wußte, daß ich mich auf Sie verlassen kann.“ Jetzt ist der Quark in Gabis Gesicht. War sie in eine Falle geraten?


 


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