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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 11
 

„Die Musik war schon aus Andi und ich waren fast die letzten Gäste in der Heart-Rock-Pinte. Wir hatten uns schon drei Stunden über Berufliches unterhalten, da ging uns für einen Moment der Gesprächsstoff aus. Wie zufällig trafen sich unsere Augen und schienen aneinander kleben zu bleiben. Wow! Wir schauten uns so tief in die Pupillen, daß mir schwindelig wurde, ich bekam keine Luft mehr! Dann lächelte er mich an, ich kann dir sagen ... Chris strahlt über das ganze Gesicht, ihre Wangen glühen rot, sie schluckt krz, dann erzählt sie weiter: „... da ging das Licht aus, denn Kathrin wollte Feierabend machen. Ich blickte weiter dahin, wo ich seine Augen jetzt nur noch vermuten Konnte. Durch die Dunkelheit hindurch spürte ich seinen Körper, seine Wärme, seinen Atem, er beugte sich zu mir herüber, unsere Haare berührten sich sanft an den Spitzen, dann flüsterte er mir zu:“ - „Das ist doch jetzt völlig uninteressant,“ unterbricht Gabi ihre Freundin. „Ich trau’ mich nachts nicht mehr zu schlafen. Bald bin ich reif für die Klapse. Stell dir vor, ich habe geträumt, ich würde meine Chefin erpressen. Die hat aber dann mit mir ein Komplott geschmiedet und wir haben zusammen den ekligen Meisen auseinandergenommen.“
Beleidigt dreht sich Chris um und legt Michael Jackson in ihren neuen CD-Player. Nach einem leichten Fingerdruck auf die Sensortasten beginnt der Apparat ‘Baby be mine’ herunter zu leiern. „Der Hammer dabei ist ja der: Schnabel lächelt mich in letzter Zeit immer an, als würde sie meine Träume kennen. Ich weiß bald nicht mehr, was Wahrheit ist und was Fiktion. Stell dir vor, denn Meisen hat WIRKLICH eine Erbschaft gemacht und versucht an ihrem Sessel zu sägen!“ Während Gabi erzählt schaut Chris genervt zur Wand. Ihr Blick bleibt an einer dicken, schwarzen Spinne hängen, die sich auf der vergilbten Rauhfasertapete ausruht. Mit ihrer ausgelatschten Birkenstockschlappe zerknirscht sie das friedliche Tier vorsichtig an der Wand. Der Großteil des feuchten Kadavers stürzt zu Boden und verkrampft sich ein letztes Mal. „... there’ll be no more mountains for us to climb ...,“ Michael gibt sich mitfühlend. „Daß der Meisen tatsächlich eine Erbschaft gemacht hat, ist schon erstaunlich,“ Chris beginnt wieder aufzutauen. „Ich finde, du hast phantastische Träume, meine liebe Kassandra, warum erpreßt ihr beide den Arsch nicht wirklich? Gabi grinst. „Verdient hätte er’s. Chrissie, ich bin mir sicher, daß er versucht, sich den Platz meiner Chefin zu kaufen. Um den Rest seines Lebens auf der faulen Haut zu liegen, reicht seine Kohle nicht, aber für eine solche Schweinerei allemal. Frau Schnabel hat Angst. Vielleicht erreichen ihre Gedanken meine Träume? Ich soll ihr helfen. Es klingelt an der Wohnungstür. Sorglos steht Chris auf und geht zum Flur. Als sie die Tür öffnet, schreit Gabi ihr nach: “Aber was gehen mich Schnabels Probleme an?“ Doch Chris hört sie nicht mehr. Sie steht da, wie versteinert.


 


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