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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 14
 

„Hoi, des war aber an scharfer Blick! Hosch du dei Bekannte jetzt g’ärgert?“ fragt Alex vollkommen verunsichert. „Na ja, ich glaube schon. ein bißchen jedenfalls.“ - „Wieso’n dees?“ Gabi gibt sich Mühe, das breite Schwäbisch von Alex zu verstehen. Sie lebt zwar jetzt schon etliche Jahre in Nürtingen, aber dieser Dialekt, der ihr eigentlich ganz gut gefällt - oder sagen wir eher, den sie sehr witzig findet, blieb ihr trotzdem verschlossen, wie ein Buch mit sieben Siegeln. „Na ja, weißt du ...“ Gabi ringt vorsichtig nach Worten. Wie soll sie denn das jetzt erklären? Schon lange wollte sie diese Frau näher kennenlernen und jetzt möchte sich sie mit ihrem ‘Problem’ nicht vor den Kopf stoßen. Was wird Alex dann von ihr denken? Wird ihre aufkeimende Freundschaft noch eine Chance haben? Das, was sie an Alex so interessiert, ist nämlich genau das, was Brigitte vermutlich nicht akzeptieren wird. Soll sie auf ihre Busenfreundin verzichten, nur weil sie jetzt eine neue Bekannte hat? Und, was ist das überhaupt für eine Freundschaft, wenn Brigitte die Interessen von Gabi nicht respektiert?
Vor ein paar Wochen hatte Gabi ihr schon von Alex vorgeschwärmt. Brigitte ging damals an die Decke vor Empörung. Das ist eigentlich nicht das, was man von einer guten Freundin erwartet. Trotzdem. Gabi hat ein ganz flaues Gefühl im Magen, das Leben stellt sie jetzt vor eine schwere Prüfung. „Hää? Musch lauder schwätza, i verschtand koi Wort!“ Alex läßt nicht locker. Warum muß auch in einer Disco, in die viele hingehen, um andere Menschen kennenzulernen, die Musik immer so laut sein? - Wir wissen es: damit Gabi etwas näher zu Gabi rücken kann. Sie holt tief Luft. Schon wieder mischen sich ihre blonden Locken mit Alex’ Haaren. „Es ist nichts persönliches gegen dich,“ holt sie aus, „nicht direkt jedenfalls. Es ist ... ach ich trau mich nicht, es dir zu sagen.“ Gabi rappelt sich wieder auf. Sie schaut in die warmen braunen Augen der ihr noch fremden Frau gegenüber und spürt plötzlich eine innere Vertrautheit wachsen. Doch, jetzt geht’s. „Es ist, weil du doch bei der STATTzeitung mitmachst, und Brigitte hält von diesem ... äh ... Blatt nicht besonders viel.“ Alex bricht in ein lautes Lachen aus. Die Umstehenden zucken erschreckt zusammen. „Hihihi,“ sie schüttelt sich erst nach vorne, dann beugt sie ihren Oberkörper nach hinten. Klirr! Klirr! Zwei volle Weizengläser liegen auf dem Boden und breiten sich dort aus. Alex ist das Lachen im Hals stecken geblieben. Das Blut staut sich in ihrem Kopf, sie hat eine knallrote Birne. Zum Glück beweist das Pärchen neben ihr Humor und läßt sich mit zwei neuen Bieren zufriedenstellen. Die Sauerei am Boden tritt sich fest. Da hat sie nochmal Glück gehabt. Sie fängt sich wieder. „Na, ond du hosch koine Aversiona gege’ d’ STATTzeitung?“ Gabi schüttelt den Kopf und rettet damit ihre Ehre. Alex geht gleich in die Vollen: „Hosch koi Luscht, bei ons mitzomache?“


 


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