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  Gabi Zapf (Roman)
 
Folge 2
 

Und was sieht sie da? - Nichts! - Erstens ist es noch ziemlich dunkel und zweitens ist da auch nichts - ihr Fahrrad ist weg. Mist! Dann hatte sie das Schloß nach den drei Kristall in der Burg gestern also doch nicht mehr zu gekriegt. Jetzt ist sie endgültig hellwach. Auf jeden Fall ist es jetzt zu spät, um Chris noch anzurufen und zu sagen, daß sie in Oberensingen nicht auf sie warten muß, um sie aufzulesen.
Sie schnallt den kleinen Rucksack fester und setzt sich in Trab zum Bahnhof. Aber das Tempo, das sie in ihrer ersten Wut eingeschlagen hat, kann sie nicht durchhalten, die Schachtel Camel sticht in den Lungen. Die letzten 500 Meter bringt sie mit weit ausgreifenden Schritten hinter sich und kommt gerade noch rechtzeitig, als der Zug einfährt. Immerhin bekommt sie den letzten freien Sitzplatz in einem Nichtraucherabteil. Kaum hat sie sich hingesetzt, da fallen ihr auch schon die Augen zu.
„Junge Dame, ihren Fahrschein bitte.“ - „Oh, ich brauch noch eine Karte von Nürtingen nach Bad Cannstadt.“ Strafender Blick. „Die hätten Sie sich aber am Bahnhof besorgen sollen.“ - Aber ich bin doch schon so knapp dran!“ - „Tja, da müssen Sie demnächst früher aufstehen.“ Gabis Augen sprühen Funken und sie begeht in Gedanken eine unanständige Beamtenbeleidigung. Der Zug fährt in Cannstadt ein und der Uniformierte reißt ein Ticket von seinem Block. Mit gepreßtem Großmut verzichtet er auf den Nachlösezuschlag und Gabi kann sich durch die einsteigenden MonatskarteninhaberInnen aus dem Zug drängen.
Sie hastet am McDonald vorbei über die Fußgängerbrücke zur Stadtbahnhaltestelle Wilhelmsplatz. Mit dem Fahrkartenautomaten konfrontiert beschließt sie, gleich eine Vier-Fahrten-Karte zu nehmen, so schnell wird sie ihr Rad wohl nicht wieder kriegen. 9,60 DM. Sie zieht einen 10 DM-Schein ausihrem Portemonnaie - aber der Automat nimmt gar keine Scheine! Ohne viel Hoffnung zählt sie ihr Münzgeld, aber wer hat schon knapp zehn Mark klein, wenn man immer möglichst passend rausgibt? Hilflos wendet sie sich von der Maschine ab, sie sieht die Bahn kommen. Da tritt dieser schnauzbärtige Mustapha auf sie zu und faßt sich in die Hose. Sie sieht seine Finger unter dem Stoff krabbeln, dann zieht er die Faust wieder raus und fragt lächelnd: „Brauchsch’ Kloigeld?“ Der Knoblauchduft, der dazu aus seinem Mund zieht, paralysiert sie kurz, dann lacht sie erleichtert, „Ja, zehn Mark.“ So kriegt sie doch noch ihre Karte, gerade als die Stadtbahn wieder abfährt. Die nächste kommt nach zehn zugigen Minuten. Sie führt den Fahrschein in den Schlitz der Stempelmaschine, die mit einem schmatzenden Glockenschlag eine Ecke abbeißt.
Am Bihlplatz steigt sie aus. Die Kirchenuhr zeigt 8.15 Uhr - natürlich kommt sie zu spät. Sie springt zu ihrer Bank. Die KollegInnen haben sich schon alle an ihre Plätze verteilt. Ihr erscheinen löst ein großes HALLO aus - was soll denn das nun wieder?


 


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