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Der Annamadeles–Teich in Nürtingen
 

Es war einmal, oder auch nicht, vor langer langer Zeit, ein Mädchen in schweren Nöten.

Heute existiert er nicht mehr, der Annamadelesteich. Vor vielen Jahren aber waren weit draußen vor der Stadt in Richtung Frickenhausen auf der rechten Seite einige kleine Seen. Brauereien hätten im Winter dort ihre Eisblöcke geschlagen, hatte die Urahne erzählt. Noch etwas weiter, dort wo es im Wald dann zum Roßdorf hinaufgeht, war noch eine sumpfige Stelle mit einem Teich gewesen.

Dort ging es bei Nacht nicht ganz geheuer zu. Eine weibliche Stimme hörte man rufen und  jammern, vor allem in trüben oder nebeligen Nächten, über den Sinn der Worte war nichts Gewisses zu erfahren. Doch wird folgende Geschichte erzählt:

Ein Nürtinger Mädchen namens Annamadele (Anna Magdalena) hatte sich einst, verliebt wie sie war, ihrem Liebsten schon vor einer gesetzlichen und kirchlichen Bindung hingegeben und war schwanger geworden von ihm. Das war damals eine schreckliche Schande, weder von der eigenen Familie, noch sonst von irgendwoher konnte sie Hilfe erwarten, da war es mit aller Barmherzigkeit aus. Und auch bei dem jungen, sie doch einst so heiß begehrenden Mann, konnte sie kein Erbarmen erwarten. Er hatte bekommen, was er wollte und wurde von der Gesellschaft dafür ja nicht einmal gescholten oder schief angesehen. Das junge Mädchen aber war nun von Gott und der Welt verlassen ganz auf sich alleine gestellt,  keine Heimat, keine Heirat, keine Arbeit, kein Geld und keine Unterkunft war ihr mehr möglich, wenn ihr Zustand  ans Licht kommt. Auch dem Kinde, darüber war sich das Mädchen vollkommen im Klaren, war nach der Geburt ein Leben in Schande sicher. So verheimlichte das Annamadele ihren Umstand und gebar ihr Kind heimlich an dem oben beschriebenen Teich. Sie ertränkte es dort wohl auch gleich nach der Geburt von allen unbemerkt. Aber auch für sich selber sah das Mädchen nun keine Zukunft mehr, außer ihr wußte zwar niemand von der Tat, aber fertig werden konnte sie damit auch nicht und so beendete sie ihr Leben ebendort. Durch diese Selbsttötung wurde dann auch das tote Neugeborene gefunden und zusammen mit der unglücklichen Mutter an einer Stelle für Selbstmörder und Ungetaufte verscharrt. Doch fand das Annamadele auch als Tote keine Ruhe. Ob aus Strafe für das Töten ihres Kindes oder aber aus dem verzweifelten Versuch heraus, etwas übersehen zu haben und doch noch einen Ausweg aus der vermaledeiten Situation zu finden, geisterte sie, solange der Teich bestand, des Nächtens dort herum und klagte. Männern vor allem sollte dort ganz unheimlich zumute geworden sein.

Seit der Teich aber Mitte des vorigen Jahrhunderts zugeschüttet und überbaut wurde, hat dort niemand mehr etwas gesehen oder gehört. Oder sind wir nur taub geworden dafür?


 


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