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  Rundschlag
 
Aus dem Sitzungssaal geplaudert
 

Es ist ein Dienstagabend im Jahre 2007. Um achtzehn Uhr sollte die Gemeinderatssitzung beginnen. Kurz nach sechs kann man aber getrost ohne Eile den Ratssaal betreten, Oberbürgermeister Heirich beginnt fast nie pünktlich.

Auf der Tagesordnung stehen 19 Punkte, das ist, wie wenn man im Restaurant eine sehr, sehr große Portion vorgesetzt bekommt. Die vielen Anwesenden beginnen ihre Plätze einzunehmen, die Sitzung beginnt. Draußen genießen die meisten Menschen jetzt ihren Feierabend, hier wird, für viele nach einem anstrengenden Arbeitstag, noch weitergeschafft.

Manche Punkte werden diskutiert, andere nur abgehakt. Manchmal kommen neue Abstimmungsanträge auf den Tisch, die dann Abstimmungsvarianten nach sich ziehen können, bei denen man sich oft fragt, ob die Anwesenden immer blicken um was es konkret geht. Noch dazu taktet der OB beim Abstimmen gerne flott. Variante A, B, dafür, dagegen, Enthaltung, das ist die Mehrheit! Da wird Demokratie zur sportlichen Aktivität. Konnte die Protokollantin mitzählen und haben auch alle Gewählten es geschafft, ihre Hand im richtigen Bruchteil von Sekunden hochzustrecken? Nach solchen Prozeduren geht nicht selten großes Getuschel unter den Beteiligten los, und die Zuschauer schauen sich hilflos an.

Besonders viele ausführliche Reden werden gehalten, wenn sich der Gemeinderat über einen populären Punkt einig ist. Jeder will in der Zeitung erwähnt werden und leiert die Argumente des Vorredners nochmal runter. Solche Reden beginnen meist mit den Worten "Ich will mich kurz fassen, möchte aber einige Punkte nochmal erwähnen...." Wenn etwa ein halbes Dutzend Leute je fünf Minuten das Selbe sagen, dann regt dies nach einer Weile sehr zum Nachdenken an. Zum Beispiel denkt man darüber nach, daß man seine Hasen noch füttern muss, daß man mal wieder Sauerbraten machen könnte, oder daß die Ratsmitglieder um so mehr Sitzungsgelder erhalten, je länger sie reden.

Nach vier Stunden Nonstop-Sitzung ist man dann auch ziemlich zusammengesessen und fragt sich, warum letztes Mal nur ein paar magere Punkte auf der Tagesordnung standen. Mitleid bekommt man mit den Angestellten der Verwaltung, wenn STATTzeitung heim gehen darf, beginnt der nichtöffentliche Teil, der sich ebenfalls ganz schön hinziehen kann, von den Nachsitzungen ganz abgesehen.


 


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